Einbrecher - Gaunerzinken

Nutzen Einbrecher in Zeiten von Smartphones noch altmodische Kreidezeichen? Ja, das kann vorkommen – warnt die Polizei NRW und veröffentlichte 2015 ein Foto mit den gängigsten Gaunerzinken. Aber auch wer bisher noch keines der Zeichen an seiner Hauswand entdeckt hat, ist gegen Einbrüche nicht gefeit.

Rund 160.000 Einbrüche gab es in Deutschland im Jahr 2015. Ein Großteil davon blieb unaufgeklärt. Einen Teil der Einbrüche verüben kriminelle und gut organisierte Banden aus Osteuropa. Auch die Beschaffungskriminalität spielt eine Rolle. Drogensüchtige nutzen Einbrüche, um Diebesgut zu erbeuten, das sie dann verkaufen oder gegen Drogen tauschen.

Ein weiterer Teil der Einbrecher schlägt spontan zu. Ein angelehntes Fenster, eine abgelegene Garage oder ein Wohnhaus, dessen Bewohner anscheinend im Urlaub sind, wirken für viele Kriminelle als Einladung.

Welche Tätergruppen die Gaunerzinken kennen und anwenden, ist nicht klar. Doch immer wieder gibt es Fälle, bei denen auf die Hauswand, das Garagentor oder den Briefkasten mit Kreide oder einem Stift kleine kryptische Zeichen gemalt werden.

Welche Bedeutung haben die Gaunerzinken?

Die Gaunerzinken dienen traditionell dazu, andere Einbrecher zu warnen oder sie auf besonders lohnenswerte Objekte hinzuweisen. Es gibt zum Beispiel Symbole, die für reiche Bewohner stehen und solche die vermitteln, dass ein Einbruch in diesem Haus sehr einfach ist.

Andere Zeichen weisen auf einen im Haushalt lebenden Hund hin oder warnen vor dort wohnenden Polizisten. Wieder andere Symbole informieren über arme Bewohner, alleinstehende Frauen oder reine Männerhaushalte.

Worauf es Einbrecher abgesehen haben

Einbrecher sind an allem interessiert, was sie schnell zu Geld machen können. Dazu zählt zum Beispiel Schmuck, Laptops, Bargeld Smartphones. Die Kriminellen halten sich immer nur möglichst kurz in den Wohnungen auf. Oft sind sie bereits nach wenigen Minuten verschwunden.

Um in eine Wohnung oder in ein Haus einzudringen, wenden die Einbrecher meist nicht mehr als eine halbe Minute auf. Gelingt es ihnen in dieser Zeit nicht, ein Fenster oder eine Tür aufzuhebeln, ziehen sie weiter – und hinterlassen vielleicht einen Gaunerzinken im Eingangsbereich. Verhältnismäßig günstiger baulicher Einbruchschutz wie Pilzkopfverriegelungen, Querriegel und Türketten bietet Sicherheit, weil sie den Einbruch deutlich erschweren. Wird der Einbruchschutz mit einer Alarmanlage kombiniert, werden die Einwohner zudem sofort über den Einbruchversuch informiert.

Nicht nur Einbrüche sind eine Gefahr

Nicht jeder Kriminelle verschafft sich gewaltsam Zutritt zu einer Wohnung. Vor allem ältere Menschen sind häufig von Trickdieben betroffen. Der bekannteste Trick ist der sogenannte Enkeltrick, bei dem die Betrüger vortäuschen, ein Mitglied der Familie zu sein, um Bargeld zu erschleichen.

Manchmal geben Kriminelle sich auch als Handwerker, Polizisten oder Mitarbeiter der Stadtwerke aus. Häufig treten sie dabei zu zweit auf. Während einer den Bewohner ablenkt, durchsucht der andere die Wohnung nach Wertgegenständen.

Was tun gegen Gaunerzinken?

Wer Gaunerzinken an seinem Haus oder bei seinen Nachbarn entdeckt, sollte zunächst bei der Polizei nachfragen, ob diese die Zeichen als Spur auswerten möchte. Zur Sicherheit können die Zeichen fotografiert werden. Danach sollten die Bewohner sie so schnell wie möglich entfernen.

Auch verstärkte Wachsamkeit ist empfehlenswert. Bei verdächtigen Personen oder Fahrzeugen sollten die Bewohner grundsätzlich die Polizei verständigen. Hilfreich kann auch Sicherheitstechnik wie eine Alarmanlage oder eine Überwachungskamera sein.

Fotoquelle: Wikipedia.org – Zinken