Einbrecher - Gaunerzinken

Diebe schlagen überwiegend zu später Stunde zu und entwenden gerne TV-Geräte und Mobiliar. Diese Ansicht vertreten weite Teile der Bevölkerung. Allerdings handelt es sich hierbei um Mythen, die in den Statistiken zweifelsfrei widerlegt werden. Erfahren Sie, zu welcher Tageszeit am ehesten mit Dieben zu rechnen ist und welche Gegenstände dabei besonders begehrt sind.

Einbrüche werden überwiegend tagsüber verübt

Es stimmt zwar, dass Einbrecherbanden auch nachts in die Wohnung einsteigen. So ereignet sich jeder siebte Einbruch zwischen 22 und 6 Uhr. Doch die meisten Diebe gehen am liebsten am helllichten Tage ihren kriminellen Machenschaften nach. Das polizeiliche Kriminalamt stellte für das Jahr 2014 fest, dass 57,9 Prozent aller Einbruchfälle tagsüber zwischen 10 und 20 Uhr stattfanden. Hierfür hat die Polizei auch eine ganz plausible Erklärung: Während die meisten Bewohner abends zuhause sind, verbringen sie den größten Teil des Tages bei der Arbeit. Damit gehen die Diebe sicher, niemanden in der Wohnung anzutreffen.

In seiner Lagedarstellung gab das Bundeskriminalamt (BKA) auch an, dass der überwiegende Teil der Haushalte in den Monaten Oktober bis März von Einbrechern heimgesucht wird. Während dieser dunklen Jahreszeit finden die Einbrüche vermehrt zwischen Mittwoch und Freitag statt, so eine weitere Erkenntnis der Kriminalbeamten.

Einbrecher bevorzugen städtische Gegenden

Nach Angaben des BKA, handelt es sich bei den Dieben überwiegend um Tätergruppen und Banden, welche mehrheitlich aus Süd- und Osteuropa stammen. Hierbei werden insbesondere städtische Regionen, Großstädte sowie Gegenden fernab von Fernstraßen bevorzugt. Besonders stark betroffen ist das Rhein-Main-Gebiet, welches zudem oftmals als Rückzugs- und Aktionsraum genutzt wird. Hier finden die Kriminellen preiswerte Unterkünfte in leerstehenden Häusern oder Hotels.

Weitere Auswertungen des BKA belegen, dass zwei Drittel aller Einbrüche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Berlin verübt werden. Bezogen auf die Fälle pro 100.000 Einwohner, haben die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin sowie das Bundesland Nordrhein-Westfalen in dieser unrühmlichen Statistik die Nase vorn. Laut den Ermittlern sind der Westen sowie der Osten der Republik die Schwerpunkte beim Einbruchdiebstahl. Besonders häufig eingebrochen wird auch entlang der deutsch-polnischen Grenze im Osten Deutschlands.

Wertsachen sind besonders beliebt

Jedes Jahr werden mehr als 150.000 Einbrüche in der deutschen Kriminalstatistik erfasst. Entgegen einer weitläufigen Meinung haben es die Einbrecher dabei nur selten auf den Fernseher abgesehen. Deutlich begehrter sind da kleinere Elektronikgeräte, etwa Notebooks, Tablets, Fotoapparate, MP3-Player, Smartphones und Handys. In einigen Fällen suchen die Diebe auch gezielt nach Autoschlüsseln, da sie den Verkauf der Fahrzeuge anstreben.

Auf dem zweiten Platz der meistgestohlenen Gegenstände landen Wertsachen. Vor allem Bargeld und Schmuck werden gerne entwendet. In Tresoren und Wertschutzschränken, welche die Anforderungen der Vds Schadenverhütung GmbH erfüllen, sind diese Wertgegenstände jedoch in aller Regel sicher. Den durchschnittlichen Beutewert aller gestohlenen Sachen beziffert der BKA auf über 4.600 Euro.

Täter brechen in Windeseile ein

Diebe suchen sich günstige Gelegenheiten. Ihre Delikte verüben sie dort, wo es am unauffälligsten, am schnellsten und am einfachsten geht. Wer hierbei die Meinung vertritt, dass die Täter viel Zeit zum Aufbrechen oder Aushebeln von Wohnungstüren und Fenster benötigen, liegt falsch. Ein ungeübter Dieb braucht hierfür 5 bis 10 Minuten – für Einbruch, Suche, Diebstahl sowie Flucht. Profis gelangen hingegen in nicht einmal 15 Sekunden in die Wohnung. In 1 bis 2 Sekunden ist ein Schloss der geringsten Sicherheitsklasse geknackt.

Einen klaren Vorteil hat die Eile für Mieter und Hausbesitzer: Schafft es der Dieb nicht binnen 3 bis 5 Minuten hinein, bricht er sein Vorhaben in den meisten Fällen ab. Um es den Kriminellen nicht allzu einfach zu machen, rät die Polizei, Türen und Fenster sorgfältig zu schließen. Dies gilt auch bei kurzer Abwesenheit.

Einbrecher schrecken vor Sicherheitsvorkehrungen zurück

Eines steht außer Frage: Je größer die Schwierigkeiten und je höher die Hindernisse für die Täter sind, in eine Wohnung oder einem Gebäude zu gelangen, desto mehr Zeit benötigen sie. Kommen sie nicht schnell genug hinein, machen sie sich lieber aus dem Staub. Aus diesem Grund spielen mechanische Sicherungen und Alarmanlagen eine außerordentlich wichtige Rolle. Einbruchhemmende Türen und Fenster, Gitter, Kasematten-Sicherungen, Sicherheitsüberschläge, Rollläden und Bewegungsmelder sind dabei besonders nützlich.

Gerade auch die Alarmanlage ist bei den Dieben nicht gern gesehen. Schließlich möchten sie möglichst unentdeckt bleiben. Derartige Produkte sollten allerdings die Möglichkeit bieten, einen Überfallalarm auszulösen. Alarmanlagen haben den Vorteil, dass sie die Bande in die Flucht schlagen, noch bevor diese einen Einbruchschaden an der Gebäudehülle verursachen können.